Was ist die Therapeutische Wohngruppe?

 

Es handelt sich hierbei um ein innovatives Konzept, indem die  Kinder- und Jugendpsychiatrie  Amberg und das Ernst-Naegelsbach Haus eine enge Zusammenarbeit zum Wohle der Kinder, Jugendlichen und Familien eingegangen sind.                                              

Durch die 5,6 Stellenanteile im päd. Gruppendienst und den Therapiestunden durch eine Fachkraft der KJP Amberg, ist ein intensives, planvolles Arbeiten mit dem Kind, dem Jugendlichen und der Familie möglich

Die Kinder und Jugendlichen werden in der Wohngruppe durch eine Verbindung von Alltag, pädagogischen und therapeutischen Unterstützungsformen in einem ganzheitlichen Prozess begleitet, gefördert und unterstützt.

Wichtig ist uns hierbei ein abgestimmtes, planvolles Miteinander aller an der Erziehung Beteiligten zu erreichen.

Jegliches methodisches Vorgehen wird immer in Bezug auf die jeweilige psychiatrische Diagnose durchgeführt.

 

Wer kommt zu uns und warum?

 

  • Kinder und Jugendliche (sowohl Mädchen als auch Jungen) ab 9 Jahren
  • Jugendliche, die einer Eingliederungshilfe in Verbindung mit einer stationären Hilfe zur Erziehung im Sinne des § 27 SGB VIII i. V. § 34 oder mit § 35a SGB VIII bedürfen,
  • Jugendliche mit sehr hohem sozial-emotionalem und therapeutischem Förderbedarf, die z. B. nach einem stationären Aufenthalt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie oder bei ambulanter therapeutischer Versorgung einer besonders intensiven pädagogisch/ therapeutischen Betreuung in einer Wohngruppe bedürfen
  • Kinder und Jugendliche, die aufgrund ihrer psychischen Störung vorübergehend nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben können, zugleich aber noch nicht zur selbstständigen und eigenverantwortlichen Lebensführung fähig sind
  • Jugendliche mit Förderbedarf nach ICD-10:

         F30 – F39 (Affektive Störungen, insbesondere Depression)

         F40 – F48 (Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen)

         F80 – F88 (Entwicklungsstörungen)

         F90 - F98 (Verhaltens- und emotionale Störungen)

  • Jugendliche mit folgenden Symptomatiken:

Angst- und ZwangsstörungenDepressive Störungen

Posttraumatische Belastungsstörungen

Introvertiertes Verhalten mit sozialem Rückzug und sozialer Angst

Jugendliche mit auto-aggressivem Verhalten und/ oder temporären suizidalen Gedanken

 

Welche Ziele verfolgen wir?

 

Zunächst soll das Kind / der Jugendliche psychisch stabilisiert werden, so dass ein Alltagsleben mit den spezifische Pflichten wie bspw. regelmäßiger Schulbesuch wieder möglich wird.

Durch eine intensive  Zusammenarbeit mit den Eltern wollen wir die Beziehungen und die Erziehungsverantwortung im familiären Systems klären und stärken.  Dabei steht die

Rückführung in die Familie nach einem Jahr an erster Stelle.

Im päd. / therapeutischen Alltag versuchen wir folgende  Ziele mit den Kindern und jugendlichen zu erreichen:

Förderung und Stabilisierung der Persönlichkeitsentwicklung, Entwicklung einer eigenen Identität

Erwerb von Kompetenzen, die dem Umgang mit den eigenen Emotionen und Bedürfnissen

dienen

Erkennen und Entwickeln vorhandener Fähigkeiten und Stärken zum Aufbau des Selbstwertgefühls

Erlernen und Umsetzen eines angemessenen Sozialverhaltens

Ganzheitliche Förderung der Ressourcen und Stärken des jungen Menschen unter Berücksichtigung seiner bisherigen Lebenswelt

Entwicklung einer realistischen, positiven Lebensperspektive und persönlicher Ziele

Steigerung der lebenspraktischen Kompetenzen und der Fähigkeit zur sinnvollen Freizeitgestaltung

Schulische und/ oder berufliche Integration bzw. Schaffung beruflicher Perspektiven

Altersadäquate Verselbstständigung (Kontakt mit Ämtern, Umgang mit Pflichten, Medikamenten etc.)

Hinführung zu eigenverantwortlichem Handeln und zu einer dem Alter und der Entwicklung angemessenen Autonomie (auch im Umgang mit der psychischen Störung)

 

 

Wie werden die Ziele erreicht?

Rahmenbedingungen, Methoden und Angebote

 

Pädagogische, psychotherapeutisch und medizinische Hilfe aus einer Hand in enger Kooperation mit der KJP Amberg

Lernfeld Gruppe/ Alltag:

Das Zusammenleben in der Gruppe unter Begleitung/ Anleitung als Lernfeld für die Bewältigung von Schwierigkeiten und Herausforderungen, Ausdrücken eigener Bedürfnisse, Mitteilung der eigenen Gefühlslage

Partizipation der Jugendlichen für das Erleben von Selbstwirksamkeit

Gruppenangebote und Unternehmungen zur Erweiterung der sozialen Kompetenz in den Bereichen Sport, Spiel, Kultur und musisch-kreative Gestaltung

Gruppenpädagogische Maßnahmen, um Gruppenprozesse zu forcieren und zu reflektieren

Das Erleben von immer wiederkehrenden Strukturen und Rhythmen zur Unterstützung von Stabilität und dem Erleben von Verlässlichkeit und der Sicherung der Grundbedürfnisse des jungen Menschen

Auseinandersetzung mit kritischen/ traumatisierenden Lebensereignissen in freizeitpädagogischen Maßnahmen

Lernfeld Einzelförderung:

Einzelcoaching/ Einzelaktionen mit der/m BezugsbetreuerIn

Individuelle Anleitung zur Verhaltensmodifikation entsprechend der vereinbarten Ziele des Erziehungsplans

Selbsteinschätzungsbögen zum Erlernen und Entwickeln eines realistischen Selbstbildes

Krisenintervention mit Hilfe des Teams und Therapeuten

 

Psychiatrische/ Psychotherapeutische Begleitung:

Anwendung psychologischer/ psychotherapeutischer Testverfahren zur Vervollständigung der Diagnostik

Interne Einzel- und Gruppentherapie im geschützten Rahmen

Regelmäßige psychiatrische Fachberatung des Gesamtteams durch einen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

Elterngespräche in der Gruppe, zu Hause, systemische Elternberatung durch den Therapeuten bei Bedarf

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